Valbruna AN 5 / Alloy 286 / 1.4980

Beim Werkstoff 1.4980 handelt es sich um einen Eisen-Nickel-Chrom-Legierung. Die zusätzlichen Legierungselemente Aluminium und Titan erlauben es diesem Werkstoff, durch die Blidung von intermetallischen Phasen, einer Ausscheidungshärtung (Aging) zu unterziehen. Die Zugabe von Molybdän erhöht die mechanischen Eigenschaften und den Widerstand gegen Kriechen bei hohen Temperaturen.

Bei Temperaturen bis zu 700°C bietet der Werkstoff 1.4980 exellente Warmfestigkeiten und ist niedrig legierten Stählen oder gängigen Edelstählen deutlich überlegen. Bis zu dieser Temperatur zeigt der Werkstoff sehr gute Korrosionseigenschaften. Bis zu 800°C kann noch mit guten Eigeschaften gerechnet werden. Kurzzeitig dürfen auch Temperaturen von 900°C erreicht werden.

Typische Anwendungsbereiche dieses Werkstoffs sind:

  • Teile für Gasturbinen in Luftfahrt und Kraftwerksbau
  • thermische Verfahrenstechnik
  • Automobilindustrie
  • nichtmagnetische Tieftemperaturgeräte

Lieferformen:

  • Rund-Stahl EN 100060 / EN 10278
  • Flach-Stahl EN 10058 / EN 10278
  • Vierkant-Stahl EN 10059 / EN 10278
  • Sechskant-Stahl EN 10278
  • Winkel-Stahl EN 10056

Gängige Spezifikationen (Stabmaterial)

DIN-Kurzbezeichnung:X6NiCrTiMoVB25-15-2
Werkstoffnummer:1.4980
EN:10269
VdTÜV Werkst.Bl.:435
ASTM:A 453 UNS S 66286

Chemische Analyse

Chem. ElementEN 10269
 min.max.
C0,030,08
Si01,00
Mn1,002,00
P00,025
S00,015
Cr13,518,0
Ni24,027,0
Ti1,902,30
B0,00300,010
Mo1,001,50
V0,100,50

Physikalische Eigenschaften

mittlerer Wärmeausdehnungsbeiwert ( 10(-6)K(-1) )

20°C – 100°C16,5
20°C – 200°C16,8
20°C – 300°C17,1
20°C – 400°C17,4
20°C – 500°C17,6
20°C – 600°C17,7
20°C – 700°C18,0
20°C – 800°C18,5

Wärmeleitfähigkeit ( W/(Km) )

bei Raumtemperatur13,0
bei 150°C15,0
bei 700°C26,0

spezifischer elektrischer Widerstand ( Ohm x qmm / m )

bei Raumtemperatur0,910

spezifische Wärme ( J/kgK )

bei Raumtemperatur460
0 °C - 800°C600

Elastizitätsmodul (Richtwert) (GPa)

bei Raumtemperatur201
bei 100°C196
bei 200°C190
bei 300°C183
bei 400°C176
bei 500°C167
bei 600°C157
bei 700°C147
bei 800°C136

Dichte (kg x m(-3))

 7940

magnetische Permeabilität (20°C/200 Oersted)

lösungsgeglüht1,010
lösungsgeglüht + ausgehärtet1,007

mechanische Eigenschaften bei Raumtemperatur

(gem. EN 10269 im ausgehärtetem Zustand)

Zugfestigkeit Rm (MPa)
lösungsgeglüht:
900 - 1150
Streckgrenze Rp0,2 (MPa)
lösungsgeglüht:
min. 600
Dehnung A5 (%)
lösungsgeglüht:
min. 15%r
Kerbschlagzähigkeit (J/qcm)
ISO-V (Mittelwert):
min. 56 (längs) - min 32 (quer)

mechanische Eigenschaften bei erhöhten Temperaturen

FestigkeitskennwertLieferzustandTemperatur °C
100300400500650
Rp0,2ausgehärtet580540520490380

Wärmebehandlung

Für diesen Werkstoff gibt es viele Varianten der Wärmebehandlung und möglicher Kombinationen aus Lösungsgeglühen und Ausscheidungshärten. Wir beraten Sie gerne für Ihren Anwendungsfall.

Gebräuchliche Wärmebehandlungen sind:

Lösungsgeglühen (Variante1): 900 +/-14°C / min.2 Stunden halten / Abschrecken in Flüssigkeit
zur Erreichung der besten Kriecheigenschaften bei erhöhten Temperaturen nach dem Aushärten

Lösungsgeglühen (Variante 2): 980 +/- 14°C / min. 1 Stunde halten / Abschrecken in Flüssigkeit
zur Erreichung hoher Duktilität und Streckgrenze bei Raumtemperatur

Aushärten: 720 +/-14°C / 16 Stunden halten / Luftabkühlung

Schmieden

Schmiedetemperatur: 1038° - 1150°C

Abkühlung: Luft

Unterhalb von 930°C sollte jede Warmformgebung vermieden werden.

Spanende Bearbeitung

Der Werkstoff 1.4980 sollte möglichst im geglühten Zustand bearbeitet werden. Wegen seiner Neigung zur
Kaltverfestigung sollte eine niedrige Schnittgeschwindigkeit gewählt werden. Die Schnitttiefe ist so zu
wählen, daß eine vorherige Verfestigungszone unterschnitten werden kann. Wenn möglich ist das
Schnittwerkzeug ständig im Eingriff zu halten.

Hinweis

Alle Angaben über die Beschaffenheit, und die Empfehlungen über die Verwendbarkeit des Werkstoff und seiner Lieferformen erfolgen nach sorgfältiger Recherche und nach bestem Wissen. Eine Gewähr kann jedoch nicht übernommen werden. Im Auftragsfalle bedürfen sie stets der besonderen schriftlichen Vereinbarung.